Archive for 2007
12.02.07
Posted in Allgemein at 20:32 by Alexandra
Etwas verspätet - aber besser spät als nie - melde ich mich auch mal wieder. Am 19. November hat Angela eine lange Greyhound-Reise von New York City nach Toronto unternommen, um mich hier in Toronto zu besuchen. Für mich war das mal wieder eine Gelegenheit, das Sightseeing in Toronto zu wiederholen und Orte zu decken, die ich zuvor noch nicht gesehen habe. Und natürlich hatten Angela und ich jede Menge Spass zusammen 
Die Bilder, die dabei entstanden sind, könnt ihr euch hier anschauen:
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11.15.07
Posted in Reisen at 01:06 by Alexandra
Mittwoch Abend, 20:00, haben wir uns aufgemacht, um mit dem Auto nach New York City zu fahren! Mit Tank-Stops, Mitternachtsdinner und Grenze haben wir 10 Stunden gebraucht, um dort anzukommen. Die Überraschung: Der Grenzübergang war verhältnismässig einfach und schnell. Gut, wir mussten ein Formular ausfüllen, 6 Dollar bezahlen, ein Foto schiessen lassen und unseren Fingerabdruck abgeben… aber ansonsten - oder besser trotzdem - ging es sehr schnell!
Nun, wir sind also um 6 Uhr morgens in New York angekommen - was macht man um 6 Uhr in New York, wenn man keine Minuten geschlafen hat, die ganze Nacht Auto gefahren ist und kein Bett hat, weil man das Hostel erst für Donnerstag Nacht gebucht hat? Wir sind einfach losgegangen, um mit dem Sightseeing zu beginnen. Wir sind in den Central Parc gegangen, sind bis ins Stadtzentrum gelaufen, am Timesquare angekommen… dann hatten wir erst einmal Frühstück und sind dann weiter gegangen, um die Stadt zu erkunden. Am Abend haben wir dann unsere anderen Studienkollegen getroffen, die etwas länger gefahren sind, hatten dann gemeinsam Abendessen und sind danach in ein Broadway-Musical gegangen. Trotz durchzechter Nacht war ich noch sehr munter und habe das Musical wirklich genossen. Ein paar von meinen Freunden waren nicht mehr so fit und sind im Musical eingeschlafen.
Am nächsten Morgen haben wir uns wiederum aufgemacht, um die Stadt weiter zu erkunden. Leider war das Wetter an diesem Tag nicht so gut, aber das hat uns nicht abgehalten, die Freiheitsstatue zu besichtigen, die Wall-Street anzuschauen und weitere interessante Orte zu besuchen. Am Abend hatten wir dann ein gutes Abendessen in Little Italy (richtige Pasta) und sind dann totmüde zurück ins Hostel gefahren.
Am Samstag habe ich mich dann allein auf den Weg gemacht, da ich im Gegensatz zu den anderen nicht in ein Museum gehen wollte, sondern noch mehr von der Stadt sehen wollte… Ich habe mich zunächst auf nach Chinatown gemacht. Das war sehr interessant, da am Morgen noch keine Touristen in der Gegend sind und ich so wirklich nur zwischen Asiaten spazierte - was schon ein etwas seltsames Gefühl war. Danach habe ich weitere Stadtviertel besichtigt, SOHO, Little Italy… habe im Zentrum noch weitere Sehenswürdigkeiten abgeschaut… und bin dann in die Haupt-Shopping-Gegenden gegangen, um zu erfahren, was Shopping in New York bedeutet… und das bedeutet: Überfüllt, überfüllt, überfüllt, Menschenmassen und Gedränge. Aber es war interessant! Am Abend habe ich mich daraufhin mit den anderen getroffen und dann sind wir gemeinsam Abend essen gegangen. Danach gab es noch ein paar Drinks und dann ging’s ab ins Bett…
Am Sonntag Morgen haben wir noch einmal das Stadtzentrum angeschaut, haben gemeinsam gefrühstückt und sind dann mit dem Auto zurück nach Toronto gefahren. Ja, und das war’s auch schon. Aber um ein Gefühl für die Stadt zu bekommen, hier noch viele Fotos.
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11.06.07
Posted in Uni at 06:06 by Alexandra
Ich wollte hier nur eine kurze Beobachtung festhalten, die mir besonders in den letzten Tagen aufgefallen ist. Studenten an der Uni hier zahlen relativ hohe Studiengebühren. Besonders Studenten, welche nicht Kanadier sind, zahlen ungefähr $16,000 Canadian Dollars jedes Jahr. Das ändert die Erwartungen relativ stark: Die Studenten wollen etwas für ihr Geld sehen. Und gleichzeitig versuchen Professoren, ihnen das zu bieten. Ein gutes Beispiel von letztem Mittwoch:
Wir haben einen Kurs mit dem Titel “Business and Government”. Die erste Beobachtung in diesem Kurs ist, dass wir zwei Professoren an Stelle von einem Professor haben - und normalerweise sind jeweils beide da!
Einer von den beiden Professoren ist relativ berühmt in Canada… er hat viele verschiedene Positionen in der Regierung eingenommen, war Universitätsdirektor und hat die höchste kanadische Auszeichnung bekommen (Ich habe vergessen, was es genau war). Und er ist meiner Schätzung nach mindestens 75.
Letzte Woche nun kam eben genau dieser Professor mit einem eingegipsten Fuss in unseren Kurs. Er begann zu erklären, dass er die letzte Woche eine Krebsoperation am Fuss gehabt habe und dass wir uns nicht wundern sollten, wenn er mit diesem Fuss den heutigen Tag die ganze Zeit die Position wechseln würde - zum einen würde der Fuss Schmerzen und zum anderen hätten sie ihm an der Hüfte Haut entnommen, um die Wunde zu schliessen…
Das muss man sich mal vorstellen: Ein alter Mann am Ende seiner Siebziger, nicht einmal eine Woche nach einer Krebsoperation, kommt mit einem Taxi zur Uni, nur um unseren Kurs zu unterrichten: Das ist unglaublich! Nun, sicher ist nicht jeder Professor hier so wie er… aber im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz verlangen die Studenten hier schon mehr Engagement von ihren Professoren, weil sie direkt für sie bezahlen. Na ja, ich bin trotzdem froh, dass ich in St. Gallen nicht für jeden meiner Kurse einzeln zahlen muss - das wäre ganz schön nervenaufreibend!
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10.30.07
Posted in Reisen at 00:37 by Alexandra
Am Donnerstagmorgen haben Lucy und ich uns aufgemacht, um die Hauptstadt Kanadas zu besuchen – Ottawa! Viele haben mir vorher gesagt, dass es nicht wert sei, vier Tage dorthin zu fahren, aber ich muss sagen: Die Stadt war es wert! Wir haben unsere Zeit wirklich genossen. Nun, was haben wir gesehen?
Donnerstag
Nach einem 5 ½-stündigen Trip im Greyhound-Bus kamen wir endlich in Ottawa an. Dort angekommen, suchten wir zunächst unser Hostel auf – ein Hostel im Stil einer Jugendherberge, aber was tut man nicht alles, um Geld zu sparen… Es war strahlender Sonnenschein und über zwanzig Grad, sodass wir uns zuerst aufgemacht haben, die Stadt zu besichtigen. Das Parlament, alte Gebäude, viele Statuen… die Stadt ist wirklich unvergleichbar mit Toronto. Im Gegensatz zu Toronto gibt es keine Wolkenkratzer oder ähnliches, die Stadt ist viel grüner und vor allem sehr viel kleiner. Wunderbar also für ein langes Wochenende ausserhalb der Grossstadt! Später am Abend haben wir unseren dritten Mann an der Bushaltestelle abgeholt. Und somit konnte der Kurzurlaub mit unserem Trio – Lucy, Usama und ich – beginnen! Am Abend gab es dann noch ein grosses, leckeres Essen: Etwas, was ich nach unserem dauernden Fast-Food auf dem Campus wirklich sehr gut gebrauchen konnte! Nach dem Essen sind wir dann noch in der Stadt unterwegs gewesen und haben vor allem Fotos mit verschiedenen Statuen gemacht – das Resultat: viele lustige Fotos und eine zerstörte Digitalkamera, die etwas zu tief gefallen ist…
Freitag
Früh aufgestanden, haben wir uns erst einmal aufgemacht, um einen guten Platz für ein Frühstück zu finden. Nach einem traditionellen amerikanischen Frühstück sind wir dann in das Parlament gegangen und sind auf den Turm gestiegen, haben kurz eine Sitzung im House of Commons angeschaut und dann noch eine 45-minütige Führung mitgemacht. Daraufhin haben wir unsere Sightseeing-Tour fortgesetzt, sind viel gelaufen, haben viel gesehen und viele Fotos geschossen… Am Abend gab es dann wieder gutes Essen, danach Getränke in einem Pub und irgendwann spät in der Nacht wieder Schlaf…
Samstag
Am Samstag sind wir wieder früh auf den Beinen gewesen, um zunächst erst einmal ein gutes Frühstück zu geniessen. Im Gegensatz zu Donnerstag und Freitagen hatten wir allerdings nicht so viel Glück mit dem Wetter, es regnete in Strömen. Und – es scheint männlicher Charakter zu sein, dass man keinen Regenschirm hat – wir hatten leider nur zwei Regenschirme. Das führte dazu, dass wir zwar alle halb nass unterwegs waren, aber auch gleichzeitig doppelt soviel Spass hatten! Wegen des schlechten Wetter und wegen Lucys Interesse in Museen, haben wir uns dann in das Museum of Civilisation begeben und dort den halben Tag verbracht. Da Lucys Interesse nicht nachliess, haben wir uns irgendwann zu zweit auf den Weg gemacht, um das Museum wieder zu verlassen – denn vier Stunden Museum sind wirklich genug! Wir sind daraufhin in der Stadt noch ein wenig shoppen gewesen und haben uns dann später zum Abendessen wieder getroffen. Wieder gutes Essen, danach gute Getränke in einem Pub – so lässt es sich leben!
Sonntag
Der Sonntag war kürzer als die anderen Tage, da wir leider wieder zurückfahren mussten… Es war wieder strahlender Sonnenschein und wir haben die Stadt unsicher gemacht. Aber das grösste Erlebnis an diesem Tag war die Greyhound-Busfahrt. Wir kamen relativ früh an der Busstation an und da alle Sitzplätze um unser Gleis belegt waren, hatten wir beschlossen, uns gleich direkt vor die Tür zu stellen. Nicht bewusst, was das für Auswirkungen hat – der Bus sollte erst 45 Minuten später abfahren – fingen die Leute an, hinter uns eine Schlange zu bilden. Denn bei Greyhound gilt – Wer zu spät kommt, den bestrafen die Hunde! Dann hatten wir dort noch eine sehr nette Begegnung… wir unterhielten uns nur darüber, warum das System so kompliziert ist und man selbst mit einem Ticket nicht sicher sein kann, einen Platz zu bekommen… daraufhin kam eine alte Frau brausend auf uns zu und meckerte uns an, dass es nicht ihre Schuld gewesen sei, dass sie den Bus zuvor verpasst habe – sie sei rechtzeitig gewesen – und wir sollten uns nicht über sie lustig machen. Na ja… im Bus haben wir dann darauf geachtet, genug Sicherheitsabstand zu ihr zu haben. Der Bus war voll und einige mussten zwei Stunden auf den nächsten Bus warten.
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10.17.07
Posted in Uni at 19:51 by Alexandra
Es ist mal wieder Zeit, ein paar Worte über die Uni hier zu verlieren. Man gewöhnt sich ja an alles. Am Anfang habe ich es kaum geschafft, meine 7 1/2 Stunden am Stück Uni am Mittwoch nicht schlafend durchzuhalten, mittlerweile ist das schon Alltag geworden… ich fühle mich zwar wieder in meine Schulzeit zurückversetzt, aber ich ertrage es wenigstens halbwegs
Naja… aber Noten für mündlichen Mitarbeit an einer Uni kann ich immer noch nicht verstehen. Es endet in dem absoluten Schwachsinn in den meisten Kursen, dass Studenten einfach nur etwas sagen, um etwas gesagt zu haben, damit sie ein Kreuz neben ihren Namen bekommen. Quantität und nicht Qualität zählt hier!! Der Vorteil für mich ist, dass ich das System verstanden habe und meine Teilnahme auf das konzentrieren kann, was letztendlich benotet wird - auch wenn das Quantität ist. Meine Hand ist einfach durchgehend in der Luft
Und noch eine Sache, die mir extrem auffällt, ist, dass die Studenten hier nicht in der Lage sind, sich selbst zu organisieren. In St. Gallen lernen wir, unser Studium selbst zu organisieren, rechtzeitig mit den Prüfungsvorbereitungen anzufangen und dann haben wir noch ein ganzes Drittel aller Fächer als “Selbststudium”, also normalerweise gar keine Unterstützung von einem Professor. Hier bekommen die Studenten alles vorgesetzt. Du wirst jede Woche von deinem Professor daran erinnert, wann du die nächste Arbeit abgeben musst, bekommst Hilfestellungen… ein Student hier muss in der Regel nicht mehr als eine Woche im Voraus denken - was schon ganz schön tragisch ist.
Mein “Lieblingskurs” hier ist und bleibt mein Erstsemesterkurs. Es ist schon seltsam, wenn du selbst dein Studium dieses Semester beendest und deine Kurskollegen noch vier Jahre bis zu diesem Zeitpunkt vor sich haben… aber mittlerweile haben ich sehr lustige Aspekte entdeckt. Wir müssen eine Gruppenarbeit schreiben und meine Gruppe glaubt mir einfach alles, was ich ihnen erzähle. Das einzige, was ich demnächst noch einmal probieren muss, ist, ihnen zu erzählen, dass die Erde eine Scheibe ist…
Ich geniesse die Uni hier, weil es wirklich sehr viel einfacher ist als in St. Gallen. Alle Professoren kennen mich mit Namen und scheinen sich jedes Mal wirklich zu freuen, wenn sie mich sehen. Gerade meine Finance-Professorin scheint mich lieb gewonnen zu haben, weil ich, glaube ich, die einzige bin, die ihre wöchentlichen Arbeiten jeweils fehlerfrei zurückbekommt! Das ist der Vorteil hier… die Kurse sind sehr klein und dadurch, dass meistens Anwesenheitspflichten bestehen, kennen die Professoren die Namen der Studenten.
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