10.17.07
Die Uni
Es ist mal wieder Zeit, ein paar Worte über die Uni hier zu verlieren. Man gewöhnt sich ja an alles. Am Anfang habe ich es kaum geschafft, meine 7 1/2 Stunden am Stück Uni am Mittwoch nicht schlafend durchzuhalten, mittlerweile ist das schon Alltag geworden… ich fühle mich zwar wieder in meine Schulzeit zurückversetzt, aber ich ertrage es wenigstens halbwegs
Naja… aber Noten für mündlichen Mitarbeit an einer Uni kann ich immer noch nicht verstehen. Es endet in dem absoluten Schwachsinn in den meisten Kursen, dass Studenten einfach nur etwas sagen, um etwas gesagt zu haben, damit sie ein Kreuz neben ihren Namen bekommen. Quantität und nicht Qualität zählt hier!! Der Vorteil für mich ist, dass ich das System verstanden habe und meine Teilnahme auf das konzentrieren kann, was letztendlich benotet wird - auch wenn das Quantität ist. Meine Hand ist einfach durchgehend in der Luft
Und noch eine Sache, die mir extrem auffällt, ist, dass die Studenten hier nicht in der Lage sind, sich selbst zu organisieren. In St. Gallen lernen wir, unser Studium selbst zu organisieren, rechtzeitig mit den Prüfungsvorbereitungen anzufangen und dann haben wir noch ein ganzes Drittel aller Fächer als “Selbststudium”, also normalerweise gar keine Unterstützung von einem Professor. Hier bekommen die Studenten alles vorgesetzt. Du wirst jede Woche von deinem Professor daran erinnert, wann du die nächste Arbeit abgeben musst, bekommst Hilfestellungen… ein Student hier muss in der Regel nicht mehr als eine Woche im Voraus denken - was schon ganz schön tragisch ist.
Mein “Lieblingskurs” hier ist und bleibt mein Erstsemesterkurs. Es ist schon seltsam, wenn du selbst dein Studium dieses Semester beendest und deine Kurskollegen noch vier Jahre bis zu diesem Zeitpunkt vor sich haben… aber mittlerweile haben ich sehr lustige Aspekte entdeckt. Wir müssen eine Gruppenarbeit schreiben und meine Gruppe glaubt mir einfach alles, was ich ihnen erzähle. Das einzige, was ich demnächst noch einmal probieren muss, ist, ihnen zu erzählen, dass die Erde eine Scheibe ist…
Ich geniesse die Uni hier, weil es wirklich sehr viel einfacher ist als in St. Gallen. Alle Professoren kennen mich mit Namen und scheinen sich jedes Mal wirklich zu freuen, wenn sie mich sehen. Gerade meine Finance-Professorin scheint mich lieb gewonnen zu haben, weil ich, glaube ich, die einzige bin, die ihre wöchentlichen Arbeiten jeweils fehlerfrei zurückbekommt! Das ist der Vorteil hier… die Kurse sind sehr klein und dadurch, dass meistens Anwesenheitspflichten bestehen, kennen die Professoren die Namen der Studenten.